500 kW und variabler Allradantrieb
Der neue Mercedes-AMG CLA 45 4MATIC+ ist ab sofort bestellbar. Die kompakte Sportlimousine kombiniert eine 800-Volt-Elektroarchitektur mit drei unabhängig arbeitenden Axial-Fluss-Motoren. Daraus resultieren 500 kW (680 PS) Spitzenleistung und ein maximales Gesamtdrehmoment von 1.759 Nm. Mercedes-AMG setzt damit bei einem kompakten Elektrofahrzeug auf eine Antriebskonfiguration, bei der Leistungsdichte, Momentenregelung und Effizienz eng miteinander verknüpft sind.
Die Limousine erreicht aus dem Stand 100 km/h in 2,7 Sekunden. Gleichzeitig soll eine Reichweite von mehr als 670 Kilometern möglich sein. An einer geeigneten Schnellladesäule lässt sich der Ladezustand von 10 auf 80 Prozent in 22 Minuten erhöhen.
Die Kombination aus hoher Systemspannung und Axialflussmaschinen bildet dabei die technische Grundlage für die Leistungscharakteristik. Die 800-Volt-Architektur ermöglicht hohe elektrische Leistungen bei vergleichsweise niedrigen Strömen. Das reduziert unter anderem die Anforderungen an Leitungsquerschnitte und elektrische Verluste und schafft die Voraussetzung für hohe Lade- und Antriebsleistungen.

Drei Motoren, vier Räder, variable Momentenverteilung
Die drei Elektromotoren sind vollständig voneinander entkoppelt. Dadurch kann das Antriebssystem die Drehmomente an Vorder- und Hinterachse unabhängig voneinander regeln. Zusätzlich lässt sich das Moment an der Hinterachse zwischen den beiden Rädern variieren.
Das Ergebnis ist ein vollvariabler AMG Performance 4MATIC+. Anders als bei einem klassischen mechanischen Allradantrieb ist die Kraftverteilung nicht auf eine feste oder über Kupplungen begrenzte Grundkonfiguration angewiesen. Die elektrische Einzelansteuerung ermöglicht schnelle Anpassungen an Fahrsituation, Fahrprogramm und Haftungsbedingungen.

Besonders relevant ist dabei das Torque Vectoring an der Hinterachse. Durch die gezielte Verteilung des Antriebsmoments zwischen den Hinterrädern kann das Fahrzeug in Kurven gezielt stabilisiert beziehungsweise beim Herausbeschleunigen unterstützt werden. Die Regelstrategie verbindet damit Traktion und Fahrdynamik, ohne ausschließlich auf Bremseingriffe angewiesen zu sein.
Die drei Motoren eröffnen zudem Möglichkeiten bei der Effizienzoptimierung. Nicht in jeder Fahrsituation muss das gesamte Antriebssystem mit maximaler Leistung arbeiten. Die elektrische Steuerung kann die verfügbare Antriebsleistung entsprechend der Fahrsituation verteilen.

Fahrwerk mit Drei-Wege-Dämpfung
Die hohe Antriebsleistung stellt entsprechende Anforderungen an die Radführung. Beim CLA 45 4MATIC+ kommt deshalb ein stahlgefedertes AMG RIDE CONTROL Fahrwerk mit adaptiver Drei-Wege-Verstelldämpfung zum Einsatz.
Fahrwerksseitig wurden Radführungsbauteile, Federn und Dämpfer neu beziehungsweise grundlegend überarbeitet. Ziel ist eine höhere mögliche Querbeschleunigung, ohne das Fahrzeug im Grenzbereich unnötig schwer kontrollierbar zu machen.

Die adaptive Dämpfung erlaubt eine situationsabhängige Anpassung der Dämpfercharakteristik. Damit lässt sich der Zielkonflikt zwischen Karosseriekontrolle bei dynamischer Fahrt und ausreichendem Federungs- beziehungsweise Abrollkomfort zumindest teilweise auflösen.
Für ein Elektrofahrzeug mit hoher Leistungsdichte ist zudem die Abstimmung von Fahrwerk und Antriebselektronik entscheidend. Die verfügbare Traktion kann nur dann in Vortrieb umgesetzt werden, wenn Radlastverteilung, Dämpfung, Reifen und Momentenregelung zusammenarbeiten. Beim CLA 45 greifen deshalb Fahrwerksregelung und variabler Allradantrieb ineinander.

Aerodynamik wird aktiv geregelt
Auch die Aerodynamik ist nicht ausschließlich statisch ausgelegt. Sowohl die Limousine als auch der Shooting Brake verfügen über aktive aerodynamische Elemente. Bei der Limousine übernimmt ein aktiver Heckspoiler diese Aufgabe, beim Shooting Brake kommt ein Dachkantenspoiler zum Einsatz.
Die Spoiler können abhängig vom gewählten Fahrprogramm beziehungsweise auf manuelle Anforderung unterschiedliche Winkelstellungen einnehmen. Dabei stehen zwei gegenläufige Ziele im Mittelpunkt: möglichst geringer Luftwiderstand für eine hohe Effizienz oder zusätzlicher Abtrieb für mehr Fahrstabilität bei höheren Geschwindigkeiten.

Die Aerodynamik wird damit Bestandteil der Fahrzeugregelung. Statt einen festen Kompromiss zwischen Reichweite und Hochgeschwindigkeitsstabilität zu wählen, kann das Fahrzeug die Auslegung innerhalb eines definierten Bereichs an die jeweilige Fahrsituation anpassen.
Eine ähnliche Strategie verfolgt das Kühlluftmanagement. Weiterentwickelte aktive Kühlerlamellen an der Fahrzeugfront können bei geringem thermischem Bedarf geschlossen bleiben. Dadurch wird die Anströmung der Fahrzeugfront geglättet und der Luftwiderstand reduziert. Steigt der Bedarf an Kühlluft, öffnen die Lamellen bedarfsgerecht.
Gerade bei einem Elektrofahrzeug ist diese Kombination aus Kühlung und Aerodynamik relevant. Einerseits müssen Motoren, Leistungselektronik und weitere Komponenten bei hoher Belastung thermisch stabil gehalten werden. Andererseits verursacht jeder unnötige Luftwiderstand zusätzliche Verluste und wirkt sich unmittelbar auf den Energieverbrauch aus.

Rekordfahrt auf der Nordschleife
Die fahrdynamische Abstimmung hat der CLA 45 4MATIC+ bereits auf der Nürburgring-Nordschleife unter Beweis gestellt. Mit einer Zeit von 7:32,070 Minuten erzielte das Fahrzeug einen Rekord in seinem Segment.
Eine solche Rundenzeit ist weniger isoliert als Leistungswert zu betrachten. Sie ist das Ergebnis des Zusammenspiels aus Antrieb, Momentenverteilung, Reifen, Fahrwerk, Bremsen und Aerodynamik. Gerade bei einem Elektrofahrzeug kommt zusätzlich die Regelung der elektrischen Antriebe hinzu, die während einer schnellen Runde permanent zwischen maximaler Beschleunigung, Traktion und Fahrzeugstabilisierung arbeitet.
Der Rekord verdeutlicht damit vor allem die Zielrichtung der technischen Auslegung: Der CLA 45 4MATIC+ soll seine hohe elektrische Leistung nicht nur bei der Beschleunigung, sondern auch bei dauerhaft dynamischer Fahrweise kontrollierbar nutzen können.

Leistung und Reichweite im selben Konzept
680 PS und eine Reichweite von mehr als 670 Kilometern markieren auf den ersten Blick zwei unterschiedliche Entwicklungsziele. Technisch müssen beide jedoch über dieselben Systeme zusammengeführt werden. Neben dem Wirkungsgrad der Antriebseinheiten spielen dabei die Betriebspunkte der Motoren, die Regelung des Allradantriebs und die Aerodynamik eine wesentliche Rolle.
Die Axialfluss-Motoren sind insbesondere wegen ihrer hohen Leistungsdichte interessant. Ihre Bauweise unterscheidet sich von klassischen Radialflussmaschinen durch die Richtung des magnetischen Flusses. Dadurch lassen sich Motoren mit kompakter Bauform und hoher Leistungsdichte realisieren. In einem Fahrzeugkonzept, das sowohl hohe Spitzenleistung als auch Effizienz verlangt, bietet diese Technologie entsprechende konstruktive Möglichkeiten.
Die 800-Volt-Technik ergänzt diesen Ansatz auf der elektrischen Seite. Sie ermöglicht hohe Ladeleistungen und unterstützt kurze Ladezeiten. Die angegebene Zeit von 22 Minuten für den Bereich von 10 auf 80 Prozent Ladezustand setzt allerdings eine entsprechend leistungsfähige Gleichstrom-Ladeinfrastruktur voraus.

Limousine und Shooting Brake
Der CLA 45 4MATIC+ ist als Limousine und Shooting Brake verfügbar. Die Limousine kann in Deutschland ab sofort zu Preisen ab 66.420 Euro ohne Mehrwertsteuer beziehungsweise 79.039 Euro inklusive Mehrwertsteuer bestellt werden.
Für den Shooting Brake beginnt der Preis bei 67.570 Euro ohne Mehrwertsteuer beziehungsweise 80.408 Euro inklusive Mehrwertsteuer.
Technisch basieren beide Varianten auf demselben Grundkonzept aus 800-Volt-Elektroarchitektur, drei Axial-Fluss-Motoren, variablem AMG Performance 4MATIC+, adaptivem Fahrwerk und aktivem Aerodynamikmanagement. Unterschiede in Karosserieform und Aerodynamik beeinflussen dabei die jeweiligen Betriebsbedingungen.
red/Mercedes-AMG/08/2026