Genesis GV90 2026
Genesis GV90 2026

123,5-kWh-Batterie, 490 kW und neue Lösungen für Fahrwerk, Sicherheit und Bedienung

Genesis erweitert seine Elektromodellpalette um den GV90 und steigt damit in das Segment der Full-Size-SUV ein. Das auf der eMP-Plattform (Electric Mobility Prime) entwickelte Modell verbindet einen 123,5-kWh-Akku mit Allradantrieb, Luftfederung und einer Reihe neuer Assistenz-, Infotainment- und Sicherheitsfunktionen. Angeboten wird der GV90 in einer konventionellen Variante sowie als GV90 Neolun mit einer speziellen Türkonstruktion.

Die technische Basis stammt aus dem 2024 vorgestellten Neolun Concept. Der Serien-GV90 ist 5,28 Meter lang und besitzt einen Radstand von 3.245 Millimetern. Der ebene Fahrzeugboden und das auf großzügigen Innenraum ausgelegte Plattformlayout ermöglichen unterschiedliche Sitzkonfigurationen, darunter eine Siebensitzer-Ausführung.

Zwei Konzepte für den Einstieg

Eine Besonderheit des GV90 Neolun ist das sogenannte Neolun Arch Gate. Dabei übernehmen die Türen konstruktiv einen Teil der Funktion der konventionellen B-Säule. Vorder- und Hintertüren lassen sich unabhängig voneinander öffnen und schließen und stehen sich bei geöffnetem Zustand gegenüber.

Für die hinteren Türen kommt ein Dual-Motion-Scharnier zum Einsatz. Die Tür bewegt sich zunächst leicht nach außen und schwenkt anschließend auf. Dadurch entsteht ein breiterer Zugang zur zweiten Sitzreihe.

Der Verzicht auf eine sichtbare B-Säule erfordert eine entsprechend ausgelegte Karosseriestruktur. Genesis setzt dafür hochfeste Doppelstahlträger, integrierte Stahlrohre und Strukturschaum ein. Ein verstärkter Rahmen innerhalb der Fahrgastzelle übernimmt zusätzliche Schutzfunktionen. Die Struktur soll bei einem Unfall auftretende Kräfte gezielt in die Karosserie ableiten.

Der reguläre GV90 verfügt dagegen über konventionelle Schwenktüren.

Zwölf Airbags und Batterieschutz

Beim Insassenschutz kombiniert Genesis die verstärkte Karosseriestruktur mit insgesamt zwölf Airbags. Dazu gehört ein Roof Airbag, der sich bei einem schweren Überschlag über den Bereich der Dachverglasung entfaltet. Er soll verhindern, dass Insassen aus dem Fahrzeug geschleudert werden, und gleichzeitig den Kontakt mit dem Dach reduzieren.

Die Sitze verfügen über zweistufig auslösende Airbags. Zusätzliche Airbags in den Sitzflächen sollen ein Durchrutschen unter dem Sicherheitsgurt verhindern. Die Kopfairbags reichen bis zur dritten Sitzreihe. Seitenairbags und Fahrer-Knieairbag wurden ebenfalls auf einen größeren Schutzbereich ausgelegt.

Ein Innenraum-Monitoringsystem erfasst Sitzposition und Insassenbelegung. Die Daten können für die Auslösung von Rückhaltesystemen genutzt werden. Gleichzeitig erkennt das System unter anderem eine ungünstige Sitzhaltung oder eine fehlerhafte Verwendung des Sicherheitsgurts.

Auch die Karosseriestruktur wurde auf Crashlasten ausgelegt. Im Unterboden kommen gegossene und stranggepresste Aluminiumstrukturen zum Einsatz. Ultrahochfeste Stähle verstärken insbesondere die Seitenbereiche und schützen gleichzeitig den Batterieverbund.

Eine spezielle Struktur im vorderen Unterboden soll bei einem Frontalaufprall Komponenten wie Motor und Hilfsrahmen gezielt unter das Fahrzeug ableiten. Damit soll ein direkter Kontakt mit der Batterie vermieden werden.

Für die Hochvoltbatterie nutzt Genesis eine Thermal-Runaway-Protection-Technologie. Die Batteriezellen sind so voneinander getrennt und thermisch angebunden, dass sich eine thermische Reaktion möglichst nicht auf benachbarte Zellen ausbreiten kann. Ein cloudbasiertes Batteriemanagementsystem überwacht den Zustand des Akkus und soll mögliche Abweichungen frühzeitig erkennen.

123,5 kWh und bis zu 490 kW

Herzstück des elektrischen Antriebs ist eine 123,5 kWh große Hochvoltbatterie. Genesis setzt dabei auf Zellen mit hoher Energiedichte und ein Wireless Battery Management System (WBMS).

Für die siebensitzige Variante wird eine Reichweite von rund 500 Kilometern angegeben. Die Angabe basiert auf internen Entwicklungs- und Testdaten. An einem 350-kW-Schnelllader soll sich der Ladezustand von 10 auf 80 Prozent in etwa 22 Minuten erhöhen lassen.

Die beiden Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse entwickeln zusammen bis zu 490 kW und 800 Nm. Damit steht ein Allradantrieb mit hohem Leistungsangebot zur Verfügung.

Eine technische Besonderheit ist das Dual Electronic Limited Slip Differential (E-LSD). Jeweils ein elektronisch geregeltes Sperrdifferenzial an Vorder- und Hinterachse kann die Kraftverteilung an die jeweiligen Fahrbedingungen anpassen. Auf rutschigem Untergrund reduziert das System den Schlupf, während es bei dynamischer Kurvenfahrt die Kraft gezielter an die einzelnen Räder verteilt.

Luftfederung und Hinterachslenkung

Für das Fahrwerk kombiniert Genesis eine Mehrkammer-Luftfederung mit elektronisch geregelten Dämpfern. Die Luftfedern können ihre Steifigkeit an die Fahrsituation anpassen. Die Einrohr-Dual-Valve-ECS-Dämpfer verändern kontinuierlich ihre Dämpfkraft und sollen damit sowohl kleine Fahrbahnunebenheiten als auch stärkere Karosseriebewegungen kontrollieren.

Zusätzlich verfügt der GV90 über eine aktive Hinterachslenkung. Die Hinterräder können um bis zu fünf Grad eingeschlagen werden. Bei niedrigen Geschwindigkeiten reduziert dies den Wendekreis, während die gegenläufige beziehungsweise gleichlaufende Ansteuerung je nach Fahrsituation die Stabilität verbessern kann.

An der Vorderachse kommen Vierkolben-Monoblock-Bremssättel zum Einsatz. Die groß dimensionierte Bremsanlage ist auf das hohe Fahrzeuggewicht und die verfügbare Antriebsleistung ausgelegt.

Akustik als Teil der Fahrzeugtechnik

Beim NVH-Komfort – also der Reduzierung von Noise, Vibration und Harshness – setzt Genesis auf mehrere Maßnahmen. Die Verglasung einschließlich Windschutzscheibe, Vision Roof und Heckklappe besteht aus mehr als fünf Millimeter starkem Akustikglas.

Zusätzliche Dämmmaterialien in Hohlräumen der Karosseriestruktur reduzieren die Übertragung von Geräuschen und Vibrationen. Verstärkte Absorber sowie optimierte Dichtungen an Motorhaube und Heckklappe ergänzen die akustische Isolation.

Software-Defined Vehicle

Mit dem GV90 führt Genesis eine Reihe neuer elektronischer Funktionen ein. Das New Power Control System ersetzt den klassischen Startknopf. Beim Öffnen der Tür wird das Fahrzeug aktiviert; anschließend positionieren sich unter anderem der Motion Column Shifter und der Crystal Sphere Controller automatisch für den Fahrbetrieb.

Das zentrale OLED-Cinematic-Display misst 23,6 Zoll und kann im Stand um 90 Millimeter ausgefahren werden. Dadurch wächst die Bildschirmdiagonale auf 24,6 Zoll. Ergänzt wird das System durch ein 25-Zoll-Head-up-Display, das Geschwindigkeit, Navigation und Informationen der Fahrerassistenzsysteme in das Sichtfeld des Fahrers projiziert.

Die Softwareplattform Pleos Connect basiert auf Android Automotive OS und ist für die Architektur eines Software-Defined Vehicle ausgelegt. Über den Pleos App Market lassen sich Anwendungen von Drittanbietern integrieren. Der Sprachassistent Gleo AI ermöglicht die Bedienung von Funktionen und den Abruf von Informationen über natürliche Sprache.

Damit wird ein wesentlicher Teil der Fahrzeugfunktionen softwareseitig organisiert. Das betrifft nicht nur Infotainment, sondern zunehmend auch die Interaktion mit Fahrzeug- und Komfortfunktionen.

Automatisiertes Parken

Für Parkmanöver stehen mehrere Assistenzfunktionen zur Verfügung. Der Remote Smart Parking Assist 3 (RSPA 3) kann das Fahrzeug per Fernbedienung automatisiert in Parklücken hinein- und herausfahren.

Der Memory Reversing Assist speichert einen zuvor gefahrenen Fahrweg und kann das Fahrzeug anschließend auf diesem Weg rückwärts zurückführen. Das ist insbesondere für enge Zufahrten oder Parkhäuser interessant, in denen ein Wenden kaum möglich ist.

Innenraum mit Executive-Fokus

Das Interieur ist auf eine Lounge-artige Anordnung ausgelegt. Der GV90 Neolun kann als Viersitzer mit elektrisch drehbaren Vordersitzen ausgestattet werden. Im Stand lassen sich diese um 180 Grad drehen, sodass sich die Sitzplätze einander gegenüber befinden.

Für die Executive Suite der zweiten Sitzreihe sind unter anderem eine abgetrennte Komfortzone, elektrische Rollos, eine Tower Console, Kühlschrank und ausklappbare Tische vorgesehen. Eine Comfort Partition trennt den Fond vom Gepäckraum.

Das Smart Vision Roof nutzt eine PDLC-Folie (Polymer Dispersed Liquid Crystal). Die Transparenz des Dachs lässt sich in sechs Bereichen unabhängig voneinander verändern. Eine Strahlungsheizung im Bodenbereich greift das Prinzip der koreanischen Ondol-Fußbodenheizung auf.

Die Sitze verfügen über 15 individuell ansteuerbare Luftzellen und eine Vibrationsfunktion. Eine metallbeschichtete, beheizbare Windschutzscheibe reduziert den Bedarf, die Innenraumheizung für das Auftauen oder Entfrosten entsprechend hochzufahren. Zusätzliche Wärmestrahler sitzen in Armlehnen, der Mittelkonsole und den Türverkleidungen.

3D-Audio und Innenraumbeleuchtung

Für das Audiosystem arbeitet Genesis mit Bang & Olufsen zusammen. Das Premier 3D Soundsystem umfasst 25 Lautsprecher und unterstützt Dolby Atmos in einer 7.1.4-Konfiguration. Dazu gehören unter anderem Hochtöner mit Acoustic-Lens-Technology sowie Lautsprecher im Dachhimmel.

Mit Virtual Venue können akustische Charakteristika verschiedener Veranstaltungsorte simuliert werden. Beosonic erlaubt die Anpassung der Klangcharakteristik.

Die Ambient-Glow-Beleuchtung nutzt indirekte Lichtquellen in Armaturenbrett, Türen, Dachhimmel und Mittelkonsole. Die Beleuchtung kann zudem Statusinformationen des Fahrzeugs und Sprachinteraktionen visualisieren.

Reduziertes Exterieur

Die Karosserie orientiert sich an der Designphilosophie „Athletic Elegance“ und greift gestalterische Elemente des koreanischen Mondkrugs auf. Die Front wird von einer Clamshell-Motorhaube und den über die Fahrzeugbreite angeordneten Wing Face Micro Lens Array-Scheinwerfern geprägt.

Die Beleuchtung integriert sich über Lasergravurtechniken in die Karosserie. Das für Genesis typische Two-Line-Motiv wird dabei mit einer reduzierten Frontgestaltung kombiniert.

Mit 5,28 Metern Außenlänge und 24-Zoll-Schmiederädern fällt der GV90 entsprechend groß aus. Am Heck verzichtet Genesis weitgehend auf zusätzliche Gestaltungselemente. Flächenbündige Rückleuchten und der Genesis-Schriftzug prägen die Heckansicht.

First Edition

Als Sondermodell ist der GV90 Neolun First Edition in einer Viersitzer-Konfiguration vorgesehen. Zur Ausstattung gehören zweifarbige Lackierungen, 24-Zoll-Schmiederäder in Wagenfarbe und Wollkaschmir-Applikationen im Innenraum.

Spezielle First-Edition-Logos finden sich unter anderem am Crystal Sphere Controller, an den Kopfstützen und Einstiegsleisten. Angeboten werden drei Farbkombinationen: Jaipur Rose/Seychelles Beige mit Quince Brown, Vik Black/Baena Green mit Veiled Indigo/Puglia Green sowie Vik Black/Sonoran Navy mit Majestic Purple/Regal Navy.

Mit dem GV90 konzentriert Genesis zahlreiche technische Entwicklungen aus den Bereichen Elektroantrieb, Fahrwerk, Sicherheit und Software in einem Fahrzeug. Die Kombination aus 123,5-kWh-Batterie, bis zu 490 kW Leistung, Dual E-LSD, Mehrkammer-Luftfederung, Hinterachslenkung und einer auf das Software-Defined Vehicle ausgelegten Elektronikarchitektur bildet dabei die technische Grundlage des neuen Full-Size-SUV.

red/Genesis/08/2026