Polestar 4 SUV
Polestar 4 SUV

Neuer Polestar 4 SUV kombiniert 100-kWh-Batterie, V2L und SUV-Heck mit Coupé-Technik

Polestar erweitert die Modellfamilie des Polestar 4 um eine SUV-Variante. Technisch basiert der Polestar 4 SUV auf derselben SEA-Plattform wie das bereits angebotene Coupé. Unterschiede ergeben sich vor allem aus der Karosseriegestaltung, dem größeren Stauraum und der veränderten Dach- und Heckpartie. Zwei elektrische Antriebsvarianten, eine 100-kWh-Batterie, bis zu 200 kW DC-Ladeleistung und erstmals für alle Polestar-4-Modelle verfügbare Vehicle-to-Load-Funktion gehören zu den wichtigsten technischen Merkmalen.

Die Modellvariante mit Heckantrieb erreicht nach WLTP bis zu 630 Kilometer, während die Dual-Motor-Version mit Allradantrieb und 400 kW auf bis zu 600 Kilometer kommt. In Verbindung mit dem optionalen Performance-Paket wird der SUV fahrwerksseitig unter anderem mit adaptiven ZF-Dämpfern, Brembo-Bremsen und 22-Zoll-Rädern auf eine höhere fahrdynamische Belastbarkeit ausgelegt.

Karosserie und Packaging: Mehr SUV-Funktionalität

Die Karosserie übernimmt die grundlegende Designgeometrie des Polestar 4 Coupé. Für den SUV wurden 48 neue Bauteile entwickelt. Die wesentlichen Änderungen konzentrieren sich auf die hintere Fahrzeughälfte.

Eine geradere Dachlinie und eine aufrechtere Heckklappe schaffen zusätzlichen Innen- und Stauraum. Gleichzeitig erhöht eine durchgehende Dachreling die Transportmöglichkeiten. Die dynamische Dachlast beträgt bis zu 100 kg.

Die zweite Sitzreihe profitiert von der geänderten Dachgeometrie mit 2,5 Zentimetern zusätzlicher Kopffreiheit. Das serienmäßige Panoramaglasdach wurde ebenfalls an die neue Karosserie angepasst und reicht bis zur Heckklappe.

Der Gepäckraum fasst 530 Liter bis zur Oberkante der Rücksitzlehnen beziehungsweise 655 Liter bis zum Dach. Bei umgelegter 60:40-Rücksitzbank stehen bis zu 1.665 Liter zur Verfügung. Einschließlich des vorderen Gepäckraums gibt Polestar ein maximales Stauraumvolumen von 1.680 Litern an.

Der SUV besitzt eine konventionelle Heckscheibe und serienmäßig einen klassischen Innenspiegel. Optional ist ein digitaler Rückspiegel erhältlich. Er nutzt eine Kamera zur Darstellung des rückwärtigen Verkehrs und kann insbesondere bei voller Beladung Vorteile gegenüber einem herkömmlichen Spiegel bieten.

Zwei Elektroantriebe mit bis zu 400 kW

Für den Polestar 4 SUV stehen zwei Antriebskonzepte zur Verfügung. Die Rear-Motor-Variante besitzt einen 200 kW starken Elektromotor an der Hinterachse. Das maximale Drehmoment beträgt 343 Nm. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h erfolgt in 7,3 Sekunden. Die WLTP-Reichweite liegt bei bis zu 630 Kilometern.

Die Dual-Motor-Version kombiniert zwei Elektromotoren zu einem Allradantrieb. Die Systemleistung beträgt 400 kW beziehungsweise 544 PS, das maximale Drehmoment 686 Nm. Der Standardsprint auf 100 km/h dauert 3,9 Sekunden. Die WLTP-Reichweite beträgt bis zu 600 Kilometer.

Damit unterscheiden sich die Varianten weniger durch unterschiedliche Batteriekapazitäten als durch Motorisierung, Traktionskonzept und Leistungsniveau. Beide greifen auf die gleiche 100-kWh-Hochvoltbatterie zurück.

100-kWh-Batterie und 200 kW DC-Laden

Die Hochvoltbatterie besitzt eine Kapazität von 100 kWh. An Gleichstrom-Ladesäulen kann der Polestar 4 SUV mit bis zu 200 kW laden. Für den deutschen und weitere ausgewählte Märkte ist außerdem dreiphasiges AC-Laden mit bis zu 22 kW vorgesehen.

Die Kombination aus hoher Batteriekapazität und hoher DC-Ladeleistung ist insbesondere für Langstrecken relevant. Die tatsächliche Ladezeit hängt dabei unter anderem vom Ladezustand, der Batterietemperatur und der verfügbaren Leistung der Ladesäule ab.

Das Fahrzeugmanagement koordiniert dabei Batterie, Leistungselektronik und Thermomanagement, um die Ladeleistung abhängig von den Betriebsbedingungen bereitzustellen.

Fahrwerk und Performance-Paket

Das Fahrwerk des Polestar 4 SUV basiert auf der technischen Konfiguration des überarbeiteten Polestar 4 Coupé. Die Abstimmung zielt auf eine Kombination aus Federungskomfort, präziser Lenkreaktion und kontrollierten Karosseriebewegungen.

Für höhere fahrdynamische Ansprüche steht ein Performance-Paket zur Verfügung. Es umfasst neu abgestimmte aktive ZF-Dämpfer, Hochleistungsbremsen von Brembo und 22-Zoll-Räder mit Pirelli P Zero Performance-Reifen.

Die aktiven Dämpfer können ihre Charakteristik abhängig von den Fahrsituationen verändern und damit zwischen Karosseriekontrolle und Federungskomfort vermitteln. Die Brembo-Bremsanlage ist auf höhere thermische und mechanische Belastungen ausgelegt.

Die größeren Räder und Performance-Reifen erhöhen die mechanische Haftung und die mögliche Querbeschleunigung, wirken sich aber je nach Fahrprofil auch auf Rollwiderstand, Komfort und Energieverbrauch aus.

Lenkung und elektrische Fahrdynamik

Die Fahrwerksabstimmung des Polestar 4 SUV wurde auf eine direkte Reaktion der Lenkung und eine kontrollierte Kraftübertragung ausgelegt. Beim Dual Motor übernimmt die elektronische Antriebsregelung zusätzlich die Koordination der beiden Achsen.

Der Vorteil des elektrischen Allradantriebs liegt in der schnellen und unabhängig steuerbaren Momentenbereitstellung. Die Vorder- und Hinterachse können abhängig von Fahrsituation und Leistungsanforderung unterschiedlich belastet werden. Dadurch lässt sich die Traktion bei dynamischer Beschleunigung ebenso beeinflussen wie das Verhalten bei wechselnden Haftungsverhältnissen.

Bei der Rear-Motor-Version konzentriert sich das Antriebskonzept dagegen auf eine einzelne angetriebene Hinterachse. Neben der geringeren Antriebskomplexität ermöglicht dies eine höhere WLTP-Reichweite von bis zu 630 Kilometern.

Vehicle-to-Load: Hochvoltbatterie als Stromquelle

Eine wesentliche funktionale Erweiterung ist Vehicle-to-Load, kurz V2L. Die Funktion ermöglicht es, elektrische Energie aus der Hochvoltbatterie für externe Verbraucher bereitzustellen.

Über einen zertifizierten Adapter stehen bis zu 3,3 kW bei 230 Volt und 16 Ampere einphasig zur Verfügung. Damit lassen sich beispielsweise Campingausrüstung, Elektrowerkzeuge oder elektronische Geräte versorgen.

Der Fahrer kann im Zentraldisplay einen Mindestladestand festlegen. Sobald dieser erreicht wird, beendet das System die externe Energieabgabe. Die Funktion erweitert den Einsatzbereich des Elektro-SUV damit über die reine Mobilität hinaus.

Für den deutschen Markt ist der erforderliche Adapter zugelassen und separat erhältlich.

Camping Mode und Innenraumtechnik

Der neue Camping Mode nutzt die elektrischen Systeme des Fahrzeugs, um den Innenraum im Stand weiter zu betreiben. Klimatisierung, Entertainment, Ambientebeleuchtung und weitere Fahrzeugfunktionen können dabei auch bei geparktem Fahrzeug genutzt werden.

Zusammen mit V2L, USB-C-Anschlüssen und einer 12-Volt-Steckdose entsteht eine Infrastruktur für längere Aufenthalte ohne externe Stromversorgung. Die Funktion ist insbesondere im Zusammenspiel mit der großen Hochvoltbatterie interessant, da ein Teil ihrer Kapazität für Komfort- und Versorgungsfunktionen genutzt werden kann.

Das Interieur folgt dem minimalistischen Konzept des Polestar 4. Die digitale Bedienung konzentriert sich auf das zentrale horizontale Display und ein separates Fahrerdisplay.

Die Benutzeroberfläche wurde gegenüber dem bisherigen System erweitert. Auf dem Hauptbildschirm stehen nun neun statt sechs Schnellzugriffe zur Verfügung. Weitere Funktionen lassen sich individuell anordnen.

Panoramadach mit elektrochromer Verglasung

Das serienmäßige Panoramaglasdach filtert laut Polestar 99,5 Prozent der UV-Strahlung. Optional ist ein elektrochromes Glasdach erhältlich.

Dabei verändert eine elektrisch steuerbare Verbundglasschicht die Lichtdurchlässigkeit. Der Fahrer kann den Grad der Abdunkelung über das zentrale Display steuern. Neben einer vollständigen Transparenz ist auch eine partielle oder vollständige Abdunkelung möglich.

Das System kann damit sowohl den visuellen Komfort als auch die thermische Belastung des Innenraums beeinflussen.

Nachhaltige Materialien und CO₂-Bilanz

Bei den Innenraummaterialien setzt Polestar auf einen höheren Anteil recycelter beziehungsweise bio-attribuierter Rohstoffe. Das serienmäßige MicroTech verwendet ein Trägermaterial aus 100 Prozent recyceltem PET. Die PVC-Oberfläche besitzt einen bio-attribuierten Anteil von 53 Prozent.

Die optionale Tailored-Knit-Polsterung besteht zu 89 Prozent aus recyceltem PET und wird im 3D-Strickverfahren hergestellt. Dieses Verfahren ermöglicht eine materialeffizientere Fertigung, da die textile Struktur direkt in der benötigten Form produziert werden kann.

Für die optionale Nappaleder-Ausstattung kommt chromfreies Leder von Bridge of Weir zum Einsatz. Die Herkunft des Materials soll bis zum Ursprung nachvollziehbar sein.

Polestar gibt für die Herstellung bis zum Verlassen des Werks einen Cradle-to-Gate-Fußabdruck von 21,1 Tonnen CO₂e für den Dual Motor und 20,2 Tonnen CO₂e für den Rear Motor an.

Zur Reduzierung dieser Werte trägt unter anderem der Einsatz erneuerbarer Energie bei der Herstellung der Batteriezellen bei. Auch ein Teil des verwendeten Aluminiums stammt aus Schmelzwerken mit erneuerbarer Energie. 23 Prozent des im Fahrzeug eingesetzten Aluminiums sind recycelt.

Google Gemini und digitale Fahrzeugfunktionen

Die digitale Fahrzeugarchitektur wird um Google Gemini erweitert. Der KI-basierte Sprachdienst soll komplexere Dialoge ermöglichen und natürliche Formulierungen verarbeiten können.

Neben fahrzeugbezogenen Befehlen kann Gemini Live beispielsweise für Reiseplanung, Übersetzungen oder freies Brainstorming eingesetzt werden. Die Einführung erfolgt schrittweise in den jeweiligen Polestar-Märkten.

Damit verschiebt sich die Sprachbedienung vom klassischen Kommando-Prinzip zu einer kontextbezogenen Interaktion. Für die Fahrzeugbedienung ist insbesondere relevant, dass Funktionen über mehrstufige Dialoge erreichbar werden können, ohne dass jeder Befehl in einer vorgegebenen Form formuliert werden muss.

Harman Kardon mit 1.400 Watt

Für das Audiosystem steht optional eine Harman-Kardon-Anlage mit zwölf Lautsprechern und einem Hybridverstärker mit 1.400 Watt zur Verfügung. Das System wurde akustisch auf die Innenraumgeometrie des Polestar 4 SUV abgestimmt.

Die Positionierung der Lautsprecher und die Signalverarbeitung berücksichtigen dabei die gegenüber dem Coupé veränderte Innenraumstruktur.

Produktion und Marktstart

Der Polestar 4 SUV wird wie der Polestar 4 in Busan, Südkorea, gefertigt. Die Produktion ist im zweiten Quartal 2026 angelaufen. Die ersten Kundenauslieferungen sind für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.

In Deutschland beginnt die Preisliste bei 57.900 Euro für die Rear-Motor-Version. Der Dual Motor startet bei 65.900 Euro. Fahrzeuge mit Performance-Paket kosten ab 76.300 Euro.

red/Polestar/09/2026

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