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Fahrbericht: SsangYong Korando 1,6 E-XDI Diesel 4WD 6AT Saphire

"Kompakte Klasse"

 
Mit dem neuen Korando, der 2019 das Vorgängermodell ablöste, hat SsangYong ein kompaktes und optisch gefälliges SUV auf den Markt gebracht. Die neue Generation wirkt deutlich moderner und hochwertiger. Beim Design setzt SsangYong auf eine kantige und gradlinige Linienführung, mit dezenten Schwüngen in der Karosserie, wenig Chrom-Zierteilen und einer flachen Motorhaube. Der 445 cm lange Koreaner soll aber nicht nur mit einem attraktiven Outfit überzeugen, auch der Innenraum zeigt sich deutlich wohnlicher und bietet neben einem digitalen Tacho auch einen großen Touchscreen. Als Motorisierung bietet SsangYong für den Korando einen1,5 Liter Benziner und einen 1,6 Liter Diesel an.
 
Wie sich die neue Generation des Kompakt-SUV Korando in der Praxis bewährt haben wir getestet.
 
In unserem Test sind wir den SsangYong Korando mit dem 100kW/136PS starken Vierzylinder-Turbo-Diesel mit Automatikgetriebe und der Top-Ausstattung "Saphire" gefahren. Preislich startet der Korando als 1,5 GDI-T Benziner mit der Crystal Ausstattung bei 22.410 Euro. Unser Testwagen bringt es dagegen auf 41.223 Euro, allerdings in der höchsten Ausstattungsstufe, zu der unter anderem ein Totwinkelassistent, Spurwechselassistent, Querverkehrswarner, Lederausstattung, elektrisch verstellbarer Fahrersitz, Sitzheizung- und belüftung, LED-Hauptscheinwerfer und 18 Zoll Leichtmetallfelgen gehören. Dazu kommen optionale Extras wie eine elektrische Heckklappe (487 Euro), Allradantrieb (1.950 Euro), Automatik (2.145 Euro) und die poppige "Orange Pop" Metallic-Lackierung (584 Euro), was einen Preis von über 40.000 Euro für den Korando 1,6 E-XDI nicht nur erklärt sonder auch rechtfertigt. Das so ausgestattete Kompakt-SUV lässt keine Wünsche offen was Komfort und Sicherheit betrifft.
 
Dass die Optik nicht nur gut ausschaut, sondern auch praktisch ist, zeigt sich im Innenraum. Der bietet ein großzügiges Platzangebot, besonders im Fond. Auf der Rückbank finden auch großgewachsene Personen ausreichend Kopffreiheit, da das Dach nicht wie bei einigen anderen Kompakt-SUVs zum Heck hin abfällt. Auf den bequemen Sitzen lässt es sich auch auf längeren Fahrten gut aushalten. Das der Fünfsitzer sich auch sehr gut als Reiseauto eignet, belegt der 551 Liter fassende Kofferraum, der sich bei umgeklappter Sitzbank auf bis zu 1.248 Liter erweitern lässt. Das Be- und Entladen erfolgt besonders bequem, wenn die Heckklappe, wie bei unserem Testwagen, sich elektrisch bedienen lässt.
 
Mit den gewachsenen Platzverhältnissen geht auch ein modernes Innendesign und eine sehr gute Verarbeitungsqualität einher. Technisch ist der Korando ebenfalls up to date. Im Cockpit stecken digitale Instrumente und ein hoch auflösender Touchscreen. Die Bildschirme sind eingebettet in eine sauber verarbeitete Klavierlack- und Chromarchitektur. Auch wenn diese nur aus lackiertem Kunststoff besteht, ist sie dennoch hübsch anzusehen. Insgesamt ist der Qualitätseindruck des Interieurs sehr gut.
 
Das 10,25 Zoll große Display hinter dem Lenkrad gehört bei der Ausstattungslinie Sapphire zur Serienausstattung, und gefällt mit hoher Auflösung und vielfältigen Konfigurationsmöglichkeiten. Von der zentralen Darstellung der aktuellen Geschwindigkeit über die Navigationskarte bis hin zu klassischen Rundinstrumenten lässt sich die Anzeige nach eigenen Wünschen einstellen.
 
Das über der Mittelkonsole platzierte 9,2 Zoll große Infotainmentdisplay mit Touchscreenfunktion wird von Tastfeldern für direkte Menübefehle und einem klassischen Drehregler umrahmt. Das Navigationssystem stammt von TomTom, wie die Kartenansicht und die Menüführung zeigen. Auch Apple CarPlay und Android Auto können genutzt werden. Zur Verbindung (und zum Laden) des Smartphones gibt es eine USB-Buchse direkt neben dem Startknopf für den Motor. 
 
Kritik gibt es für die schwache Heizung, die an kalten Tagen relativ lange brauchte, um den Innenraum warm zu bekommen. Ein Manko war auch, dass die eigentlich sehr hilfreiche Verkehrszeichenerkennung Schwierigkeiten hatte, Schilder mit Geschwindigkeitsbegrenzungen richtig zu erkennen und anzuzeigen. So kam es im Test vor, dass im Display statt der erlaubten 120 km/h nur Tempo 30 angezeigt wurde. Was für uns auch nicht erklärlich war, dass es die Start-Stopp-Funktion des Motors nur für den Fronttriebler gibt, nicht aber für die Allradversion unseres Testwagens.
 
Positiv ist uns die Lichtausbeute der LED-Scheinwerfer aufgefallen. Besonders auf der Autobahn leuchten sie die Fahrbahn im Dunklen gut in der Weite und Breite aus, ohne den Gegenverkehr zu blenden. Das ist nicht selbstverständlich, wie wir bei unseren Tests immer wieder feststellen. Mitunter reichen LED-Scheinwerfer nicht weit genug, um eine sichere Sicht bei Geschwindigkeiten von über 120 km/h zu gewährleisten.
 
Im Fahrbetrieb erweist sich der136 PS starke 1,6-Liter Turbo-Diesel mit 320 Nm Drehmoment  als angenehm laufruhig und durchzugsstark. Zumindest im Stadtverkehr und auf der Landstraße, denn das maximale Drehmoment ruft der Selbstzünder zwischen 1.500 - 2.500 U/min ab. Bei höheren Geschwindigkeiten und Drehzahlen wird der Ton dann etwas rauer, und die Durchzugskraft lässt ab 150 km/h nach. Immerhin bringt es der Korando mit Allradantrieb auf ein Leergewicht von 1,7 Tonnen. 
 
Das Leistungspotenzial reicht aber allemal für ein flottes Mitschwimmen im Stadtverkehr und sicheres Überholen auf der Autobahn oder Landstraße. Mit etwas Anlauf ist eine Höchstgeschwindigkeit von knapp über 180 km/h möglich. Für den Sprint von Null auf 100 km/h benötigt der Korando 10,7 Sekunden.
 
Die 6-Gang Automatik verrichtet dabei unmerklich aber gut abgestimmt ihren Dienst. Schaltpaddels hinter dem Lenkrad laden zu manuellen Gangwechseln ein, was aber im Alltag überflüssig ist.
 
Als praktisch und effektiv hat sich im Test der Fahrmodusschalter erwiesen, über den sich, je nach Fahrsituation oder Witterungsbedingungen, die drei Fahrmodi Normal, Sport und Winter einstellen lassen, um die Traktionseigenschaften zu verbessern.
 
Gegenüber dem Benziner bietet der Diesel den Vorteil, dass er bis zu zwei Tonnen an den Haken nehmen kann (beim1.5 T-GDI sind es nur 1,5 Tonnen).
 
Nicht überzeugen konnte uns der Verbrauch des Vierzylinder-Diesel, für den wir im Test einen Durchschnittswert von 8,0 Litern ermittelten, und der damit deutlich über den von Ssangyong angegebenen 6,5 Litern lag. Hier zollt das im Zusammenhang mit dem Allradantrieb stehende relativ hohe Leergewicht des Korando ihren Tribut. 
 
Auf den Allradantrieb möchte man in der Praxis aber nicht verzichten. Er macht den Korando zwar nicht zu einem echten Offroader fürs Gelände, sorgt aber in Kombination mit dem straff abgestimmten Fahrwerk, für gute und sichere Fahreigenschaften auf der Straße. Und das bei jeder Witterung. Auch mit den großen 18 Zöllern rollt das SUV komfortabel ab, und bietet mit der feinfühligen Lenkung ein präzises Handling. 
 
Geländewagen-Feeling kommt mit dem Korando aber dennoch auf, durch die erhöhte Sitzposition, die nicht nur eine bessere Rundumsicht auf den Verkehr bietet, sondern auch das Gefühl von mehr Sicherheit. 
 
Für die aktive wie passive Sicherheit des Korando sorgen zudem eine Reihe moderner Sicherheitssysteme. So sind zum Beispiel bereits ab der Grundversion ein elektronisches Stabilitätsprogramm, automatisches Notbremssystem, Frontkollisionswarner, Sicherheitsabstandswarnung, Verkehrsflussassistent, Überschlagschutz, Spurhalteassistent, Spurverlassenswarner, Verkehrsschilderkennung,Fahrer Müdigkeitserkennung und ein Fernlichtassistent serienmäßig mit an Bord. 
 
Bei der Saphir Ausstattung unseres Testwagens sind außerdem dem noch ein Totwinkelassistent, ein Spurwechselassistent sowie ein Querverkehrswarner dabei. 
 
Und damit wären wir auch noch einmal bei der Liste der serienmäßigen Ausstattung des Korando, die nicht nur lang, sondern auch umfassend ist. Nicht alleine dadurch ergibt sich ein sehr gutes Preisleistungsverhältnis, die das Koreanische Kompakt-SUV in der Summe aller Eigenschaften zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten anderer SUV Modelle dieser Klasse macht.

 
Fazit: "SsangYong hat mit der jüngsten Generation des Korando wieder einen großen Schritt nach vorne gemacht. Das Kompakt-SUV bietet neben einem ansprechenden Design auch eine sehr gutes Platzangebot. Dazu kommen eine ausgezeichnete Verarbeitungsqualität und eine umfassende Grundausstattung. Auch wenn der Diesel nicht zu den sparsamsten zählt, kann er mit seiner Leistungsentfaltung überzeugen. In Kombination mit Allradantrieb und Automatikgetriebe liegt der SsanYong Korando preislich deutlich unter den deutschen Mitbewerbern in diesem Feld, was ihn zu einer überlegenswerten Alternative macht."

 
 
Im Test: SsangYong Korando 1,6 E-XDI Diesel 4WD 6AT Saphire
 
Serienausstattung Saphire unter anderem
• Sitzheizung
• Navigationssystem DAB+ Radio und MP3-Funktion
• Keyless-Go-System mit Start-/Stopp-Knopf 
• Licht- und Regensensor 
• Geschwindigkeitsregelanlage 
• Innenspiegel automatisch abblendend 
• Bordcomputer mit 3,5”-Monochrome Display 
• Einparkhilfe vorn und hinten
• Lenkradheizung 
• 2-Zonen-Klimaautomatik 
• LED-Hauptscheinwerfer und Nebelscheinwerfer
• Frontscheibe partiell beheizbar 
• Rückfahrkamera 
• Bluetooth- Freisprecheinrichtung
• Totwinkelassistent 
• Spurwechselassistent 
• Querverkehrswarner beim Ausparken 
• Sitzbezug in Leder
• Fahrersitz elektrisch verstellbar
• Elektrische Lendenwirbelstütze für Fahrersitz
• Sitzbelüftung vorn 
• 18 Zoll Diamond Cut Leichtmetallfelgen
 
 
Extras Testwagen:
• elektrische Heckklappe 487 Euro
• Allradantrieb1.950 Euro
• Automatik 2.145 Euro
• Orange Pop Metallic 584 Euro
 
Technische Daten SsangYong Korando 1,6 E-XDI Diesel 4WD 6AT Saphire
Motor: 4-Zylinder Reihe Turbo-Diesel
Hubraum: 1.597 cm³
Max. Leistung: 100kW / 136PS  bei 4.000 U/min
Max. Drehmoment: 320 Nm bei 1.500 - 2.500 U/min
Antrieb: Allradantrieb
Getriebe: 6-Gang-Automatik
Beschleunigung 0 -100 km/h: 10,7 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 181 km/h
Kombinierter Verbrauch / Tankvolumen: 8,0 Liter Diesel (Test) / 47 Liter 
Abgasnorm / CO2-Emission: Euro 6d-Temp / 170 g/km 
Länge / Breite / Höhe:  4.450 / 1.595 / 1.620 mm
Leergewicht / Zuladung: 1.700 / 550 kg 
Kofferraumvolumen: 551 - 1.248 Liter
Anhängelast: 2.000 kg (gebremst)
Wendekreis 10,7 m
 
Preis 36.057 Euro
Preis Testwagen 41.223 Euro 
Preis Baureihe ab 22.410 Euro Korando 1,5 GDI-T Benziner Crystal
(Preise mit 16 % MwSt.)
 
 
Weitere Informationen zum SsangYong Fahrzeugprogramm unter www.ssangyong.de
 
red/ssangyong/10/2020
 

© motormobil 2021 · E-Mail für Anfragen redaktion@motormobil.de

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