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Fahrbericht: Toyota C-HR 1,8 Hybrid 4x2 "Lounge" CVT mit 122 PS Systemleistung

"Überzeugend sparsam"

 
Toyota gehört zu den führenden Automobilherstellern, wenn es um das Thema Hybrid-Antrieb geht. Neben dem Prius, dem ersten Hybriden von Toyota, gesellen sich inzwischen mit dem Yaris, dem Auris, dem Corolla, dem C-HR und dem RAV4 fünf weitere Modelle dazu. Kein anderer Hersteller bietet derzeit eine so um fassende Modellpalette in diesem Segment.
 
Mit dem kleinen Hybrid-SUV C-HR hat Toyota ein echtes Design-Highlight im Programm, das wir im aktuellen Test gefahren sind. Wenn dem ein oder anderen Toyota Modell ein etwas biederes Design nachgesagt wird, so trifft das nicht auf den C-HR zu.
 
Seine markante Linienführung und die scharfen Kanten lassen den 436 cm langen SUV überaus dynamisch wirken. Der coupéähnliche Heckabschluss mit großem Dachspoiler und die bullige Front treffen unseren Geschmack. Das gilt auch für das ansprechende Interieur mit einem, für diese Klasse, gutem Platzangebot. Herzstück des getesteten C-HR 1,8 Hybrid sein Hybrid-Antrieb mit einer Systemleistung von 90 kW (122 PS).
 
Alternativ zur Hybrid-Version bietet Toyota den C-HR auch noch mit einem 1,2 Liter-Benziner an, der preislich bei 21.990 Euro beginnt. Unser Testwagen, ein C-HR 1,8 Hybrid 4x2 CVT mit der hochwertigsten Ausstattungslinie "Lounge" liegt bei 33.830 Euro. Die Ausstattung umfasst dabei nahezu alles, was von Toyota angeboten wird, und relativiert dadurch den, auf den ersten Blick, hohen Preis. Einziges Extra ist die schwarze Lederausstattung, die mit 790 Euro zu Buche schlägt.
 
Was alles serienmäßig an Bord ist lässt wirklich keine Wünsche offen und umfasst unter anderem das Toyota Safety-Sense System inkl. adaptivem Tempomat, Voll-LED-Scheinwerfer, ein JBL-Premium-Sound-System, Digitalradio DAB+, das Navigationssystem Toyota Touch&Go, ein 8“-Touchscreen,  2-Zonen-Klimaautomatik mit Nanoe-Luftreinigungstechnologie, Sitzheizung vorne, ein beheiztes Lederlenkrad, 18“-Alufelgen, abgedunkelte Scheiben ab der B-Säule, Regen- und Lichtsensor, eine Rückfahrkamera, Einparkhilfe vorne und hinten, Metallic-Lackierung und ein intelligentes Zugangs- und Startsystem. Die Länge der Liste der Serienausstattung beim C-HR Hybrid kennt man bei anderen Herstellern sonst nur von den aufpreispflichtigen Extras. Bei unserem Testwagen ist dies anders, was natürlich erfreut.
 
Die Metallic-Lackierung Metalstreamgrau steht dem C-HR gut, da die Konturen der Karosserie besonders zur Geltung kommen. Einen guten Eindruck macht auch das moderne Design des Innenraums, das perfekt zum sportlichen Charakter des C-HR passt. 
 
Der im ersten Moment etwas zu groß dimensioniert wirkende und weit über die Mittelkonsole hinaus ragende Touchscreen, erweist sich schnell als gut positioniert mit optimaler Sicht auf das Display. Bei der Funktionalität gibt es nichts auszusetzen. Vorbildlich einfach und übersichtlich ist die Bedienung. Überhaupt fällt im Innenraum nichts negativ auf, die Materialien wirken sehr hochwertig, die Verarbeitung ist wirklich gut, und die Sitze sind überaus bequem.
 
Auch das Platzangebot passt für ein Auto dieser Klasse. Selbst im Fond ist die Kniefreiheit sehr gut, lediglich die Kopffreiheit wird durch die coupéartige Linienführung für große Personen etwas eingeschränkt. Das Fassungsvermögen des Kofferraums von 377 Litern geht auch in Ordnung, und lässt sich bei Bedarf auf 1.160 Liter erweitern. Bedingt durch die SUV-Karosserie, muss man beim C-HR mit einer etwas hohen Ladekante leben. Und noch einen kleinen Nachteil besitzt das ansonsten optisch so ansprechende Heck: eine etwas eingeschränkte Sicht nach hinten - was die serienmäßige Rückfahrkamera und die Parksensoren beim Einparken aber ausgleichen können.
 
Der C-HR Hybrid verfügt über modernste Hybrid-Technologie bei der ein Benzinmotor mit einem Elektroantrieb kombiniert ist. Der E-Motor unterstützt dabei nicht nur den Benzinmotor, sondern ist stark genug, um damit über kurze Distanzen bis Tempo 50 km/h auch rein elektrisch unterwegs zu sein. Beim Anfahren oder bei zügigen Fahren wird die kombinierte Kraft von Elektro- und Verbrennungsmotor für zusätzliche Leistung genutzt. Besonders im Stadtverkehr mit häufig wechselnden Geschwindigkeiten hat das seine Vorteile. Das intelligente Bremssystem wandelt die Bewegungsenergie des Wagens in elektrische Energie um, sodass ein externes Aufladen der Batterie - wie beim Plug-in Hybrid - nicht erforderlich ist. Der Toyota Benzinmotor erreicht mit einem thermischen Wirkungsgrad von mehr als 40 Prozent, den derzeit weltweit besten Wert bei Verbrennungsmotoren. Der Wirkungsgrad gibt Aufschluß darüber, wie effizient der Motor arbeitet, d.h. wieviel Prozent der reingesteckten Leistung für die eigentliche Hauptaufgabe genutzt wird. Beim Elektromotor sind es rund 98 Prozent. 
 
Der 1,8 Liter-4-Zylinder-Benzinmotor mit 99 PS (72 kW) Leistung wird bei unserem Testwagen von einem 72 PS (53 kW) starken Elektromotor unterstützt, was rechnerisch zu einer Systemleistung von 122 PS (90 kW) führt. Auf den ersten Blick nicht sonderlich viel, zumal das maximale Drehmoment lediglich 142 Nm bei 3.600 U/min beträgt - und das bei einem Fahrzeuggewicht von immerhin 1.380 Kilogramm.
 
Was die Werte auf dem Papier vermuten lassen, stell sich in der Praxis zum Glück nicht ein. Der C-HR zeigt sich im Test nämlich durchaus sportlich und kann mit einem satten Antritt überzeugen. Besonders gut gelingt ihm das im Sportmodus der stufenlosen Automatik. Eine direktere Lenkung und spontanere Gasannahme haben zur Folge, dass der C-HR spürbar an Dynamik gewinnt, und folglich richtig Fahrspaß aufkommt. Für Sparfüchse gibt es auch noch einen Eco-Modus, mit dem sich der C-HR aber eher gequält anfühlt.
 
Schaltet das System vom Verbrennungsmotor auf den Elektromotor um, ist davon beim Fahren nichts zu bemerken. Lediglich die Anzeige im Display gibt darüber Info. Der 1,8 Liter-Vierzylinder läuft auch in höheren Geschwindigkeitsbereichen ruhig, ist aber mit seiner Systemleistung von 122 PS kein übermäßiger Tempramentsbolzen.
 
Das beim C-HR Hybrid serienmäßige stufenlose CVT-Automatikgetriebe harmoniert gut mit dem Antriebssystem und bietet vor allem im städtischen stop-and-go-Verkehr seine Vorteile. Allerdings hält die Automatik bei voller Beschleunigung den Motor auf hohem Drehzahlniveau, wodurch das Motorengeräusch steigt, und sich dieser etwas gequält anfühlt. 
 
In 11 Sekunden sprintet der C-HR Hybrid aus dem Stand auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h, wobei die Tachonadel sogar die 190er Marke erreicht. Mit diesen Fahrleistungen ist man - vor allem im bereits erwähnten Sportmodus - immer flott unterwegs. Auch bei Autobahn-Tempo bleibt das Geräuschniveau im Innenraum niedrig, weshalb sich der C-HR Hybrid im Test auch als angenehmer Reisewagen erwiesen hat.
 
Trotz der dynamischen Optik und einer sportlichen Fahrwerksabstimmung ist der C-HR Hybrid eher für eine gemütliche Gangart ausgelegt, bei der er dann auch sein ganzes Sparpotenzial zeigen kann. 
 
Der Hybrid-Antrieb überzeugte im Test mit einem niedrigen Verbrauch, der den Angaben von Toyota sehr nah kam. Im Durchschnitt ermittelten wir einen Wert von 4,5 Liter pro 100 Kilometer (3,8 Liter Werksangabe). Bei verhaltenerer Fahrweise hätte sich dieser sogar noch weiter reduzieren lassen. Umgekehrt waren auf der Autobahn bei Nutzung der vollen Leistung auch bis zu 8 Liter möglich. Das weiterentwickelte Wärmerückgewinnungssystem des C-HR Hybrid, nutzt die Abgase zur schnelleren Aufwärmung des Kühlkreislaufs, wodurch eine zusätzliche Verbrauchsreduzierung erreicht wird.
 
In der Praxis schaltet der Hybrid sehr oft unmerklich in den Elektro-Modus um. Dazu reicht es schon den Fuß vom Gas zu nehmen, um fast ohne Geschwindigkeitsverlust dahin zu segeln. Kurze Strecken lassen sich auch rein elektrisch zurücklegen. Dafür gibt es extra eine EV-Taste. 
 
Neben so viel Sparsamkeit bietet der C-HR Hybrid aber auch eine Menge Fahrspaß. Dazu trägt seine angenehm direkte Lenkung und durch den tiefen Schwerpunkt ausgezeichnet Straßenlage bei. Auch die bereits erwähnte Fahrwerksabstimmung trägt ihren Teil dazu bei.  Straff aber dennoch komfortabel, sorgt es beim C-HR Hybrid für ausgewogene Fahreigenschaften und ein sicheres Handling.
 
Was die Sicherheit betrifft, hat der C-HR Hybrid in der Lounge Version alle dafür relevanten Systeme an Bord. Das reicht vom Toyota Safety Sense-System das ein Pre-Collision-System, einen adaptiven Tempomat, einen Spurwechselwarner und ein automatisches Fernlicht beinhaltet, über VSC+ (elektronische Stabilitätskontrolle) mit TRC (Antriebsschlupfregelung) bis hin zum Verkehrszeichen-Assistenten. 
 
Fazit: "Toyota hat seine Hybrid-Technologie beim C-HR optisch sehr ansprechend verpackt. Das Crossover-Modell besitzt ein sportliches, nicht alltägliches Design, mit kompakten Abmessungen und ein, für seine Klasse, ordentliches Platzangebot. Sein Hybrid Antrieb ist sehr sparsam, und damit eine echte Alternative zum Diesel. Das gut abgestimmte Fahrwerk und das präzise Handling bescheren dem C-Hr Hybrid sehr ausgewogene Fahreigenschaften. Die üppige "Lounge" Ausstattung lässt keine Wünsche bei Komfort und Sicherheit offen, und rechtfertigt deshalb auch einen Preis von über 33.000 Euro."
 
 
Ausstattung Loung mit unter anderem:
• Metallic-Lackierung, metalstreamgrau metallic
• Decor-Einlagen(Interieur) in Mattsilber/Braun
• Teilledersitze
• Klimaautomatik, 2-Zonen, mit Nanoe-Luftreinigungstechnologie
• Navigationssystem Toyota Touch&Go mit Anzeige von 
   Fahrspuren, Autobahnschildern, Tempolimits, einstellbare Geschwindigkeitswarnung
• 18 Zoll Alufelgen
• Lederlenkrad, beheizbar
• Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer, 3-fach regulierbar
• Smart Key System
• Digitalradio DAB
• JBL-Premium-Sound-Systemmit 9 Lautsprechern inkl. Subwoofer
• Multi-Info-Farbdisplay, 4,2", in Instrumenteneinsatz integriert
• Rückfahrkamera mit Orientierungslinien
• Einparkhilfe Front und Heck
• Abblendlichtautomatik
• Toyota Safety Sense mit Frontkollisionswarner, Notbremsassistent 
   autonomer Notbremsfunktion, Fußgängererkennung, Spurhalteassistent mit aktiver 
   Lenkunterstützung, Fernlichtassistent, Geschwindigkeitsregelanlage (adaptiv)  mit 
   Geschwindigkeitsbegrenzer, Verkehrsschilderkennung
 
 
Zusätzliche Extras des Testwagen:
• Lederausstattung 790 Euro
 
 
Technische Daten: Toyota C-HR 1,8 Hybrid 4x2 "Lounge" CVT
Motor: 4-Zylinder-DOHC + Elektromotor
Hubraum: 1.798 cm³
Max. Leistung: VVT-i-Benzinmotor: 72 kW (98 PS) Elektromotor: 53 kW (72 PS)
Systemleistung Hybrid gesamt: 90 kW (122 PS)
Max. Drehmoment: 142 Nm bei 3.600 min
Antrieb: Fronantrieb
Getriebe: Stufenloses Automatikgetriebe
Beschleunigung 0 - 100 km/h: 11 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h
Kombinierter Verbrauch / Tankvolumen: 4,5 -  8,0 Liter Diesel (Test) / 43 Liter 
Abgasnorm / CO2-Emission: Euro 6 (Stand 2018) 6d-Temp folgt 2019 / 86 g/km 
Länge / Breite / Höhe: 4.360 / 1.795 / 1.565 mm
Leergewicht / Zuladung: 1.380 - 1.460 kg / 480 - 420 kg
Kofferraumvolumen: 377 -  1.160 Liter
Anhängelast:  725 kg (gebremst)
 
3-Jahres-Garantie bis 100.000 km (im ersten Jahr ohne Kilometerbegrenzung).
5-Jahres-Garantie auf die Hybrid-Komponenten
 
Preis 33.830 Euro / Preis Modellreihe ab 21.990 Euro
Preis Testwagen 34.620 Euro
 
Weitere Informationen zum Toyota Fahrzeugprogramm unter www.toyota.de
 
red/toyota/12/2018
 

© motormobil 2021 · E-Mail für Anfragen redaktion@motormobil.de

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