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History: SportwagenikoneLamborghini Miura feiert 2026 sein 60. Jubiläum - Teil II

Lamborghini Miura P400 SV Lamborghini Miura P400 SV

"Miura - Ein Name, der in die Geschichte eingeht"

 
Im März 1966 präsentiert Automobili Lamborghini auf dem Stand von Bertone auf dem Genfer Autosalon ein orangefarbenes Auto, das alle bestehenden Konventionen ignoriert. Das Mittelmotor-Konzept verändert die Gewichtsverteilung grundlegend und bietet ein Fahrgefühl, das zu dieser Zeit unübertroffen ist. Ergänzt wird dies durch das unvergleichliche, elegante Design von Bertone von atemberaubender Schönheit. Direkt auf der Messe gehen 30 Bestellungen für das neue Modell ein, was die Erwartungen für dieses Modell übertrifft.
 
Mit dem Miura verwendet Lamborghini zum ersten Mal bewusst den Namen einer berühmten spanischen Stierrasse. Das Modell ist nach der mächtigen Stierrasse benannt, die von Don Eduardo Miura Fernández gezüchtet wurde. Diese Geschichte spiegelt sich direkt in der Modellbezeichnung von Lamborghini wider. Namen wie Miura, Espada, Islero und später Murciélago sind bewusste Verweise auf legendäre Stiere und ihre Eigenschaften.
 
Design und Stil, geprägt von Geschwindigkeit, Farbe und individuellem Ausdruck
 
Lamborghini arbeitet beim Design zum ersten Mal mit der Carrozzeria Bertone zusammen. Das renommierte Designstudio kreiert eine Karosserie, die neue Maßstäbe setzt. Flach, breit, elegant und aggressiv zugleich sieht der Miura aus wie ein Raubtier, das zum Sprung bereit ist. Die Silhouette ist niedrig, die Gesamthöhe des Autos beträgt nur etwa 105 Zentimeter. Die markanten Pop-up-Scheinwerfer mit „Wimpern” und die großzügigen Lufteinlässe prägen ein Erscheinungsbild, das bis heute als zeitlos gilt.
 
Bertone orientiert sich an Rennwagen: flache, schwenkbare Scheinwerfer, Kühlergrills, die die Luft zu den Bremsen leiten, und Lamellenoberflächen auf der Fronthaube, die die Luft aus dem fast horizontalen Kühler entweichen lassen, in dieser Position nur im Prototyp. Der V12 wird über Lufteinlässe hinter und unter den Türen mit Luft versorgt. Die schwarzen Lamellen dienen als Abdeckungen für eine zusätzliche Belüftung und setzen gleichzeitig einen starken Designtrend. Auch heute noch ist der Miura eine meisterhafte stilistische Lösung, um die Luft elegant vom Antrieb abzuleiten.
 
Die schwarz eloxierten Zierleisten, die anstelle der üblichen Chromleisten verwendet werden, und die Anordnung von Motor und Getriebe setzen einen Trend für die kommenden Jahre. Der Miura ist nicht nur niedrig, sondern dank der Motoranordnung mit nur 4,36 Meter auch kompakt in der Länge. Heute gilt das Design als eines der besten in der Automobilbranche: ein Sportwagen, der Kraft und Eleganz vereint.
 
Darüber hinaus kann die elegante Karosserie je nach Kundenwunsch in ungewöhnlichen Farben lackiert werden. Der Miura wird einer der ersten Supersportwagen mit kräftigen Farben. Zusätzlich zu den Grundfarben Orange, Gelb, Blau, Grün, Weiß, Smaragdgrün und Rennrot können die Kunden auch zwischen den Sonderfarben Miura-Rot, Alpha-Rot, Spezial-Rot, Metallic-Rubinrot, Eurolac-Rot, Granada-Rot, Orange, Metallic-Purpurrot oder Caracas-Purpurrot wählen. Verschiedene individuelle Blautöne wie Special Blue, Tahiti Blue, Metallic Blue, Midnight Blue und Spear Blue sind ebenfalls erhältlich – zusammen mit über 50 weiteren Lackfarben. Lamborghini bietet seit mehr als 60 Jahren hochgradig individualisierbare Modelle an.
 
Der V12 - Herz, Seele und Vermächtnis
 
Die Geschichte des Lamborghini V12 dreht sich um diesen Motor: ein technisch revolutionäres Triebwerk, das seit fast sechs Jahrzehnten die DNA der Marke prägt. Er ist Ausdruck von Ingenieurskunst, Innovation und Vision. Mit dem letzten reinen V12, der 2022 im Aventador Ultimae verbaut wurde, beendet Lamborghini eine Ära, die bis in die 1960er-Jahre zurückreicht. Im Jahr 2023 schlägt der V12 mit dem Revuelto ein neues Kapitel auf, in dem der legendäre Motor mit einem Hybridsystem kombiniert wird, was die Entwicklung des V12 in eine neue, elektrifizierte Ära markiert.
 
Je nach Modell, P400 oder P400 S, leistet der Motor 350 oder 370 PS, was den Miura zu einem der schnellsten Serienfahrzeuge seiner Zeit macht. Der Miura 400 beschleunigt in 6,7 Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 280 km/h. Zu dieser Zeit ist dieser Supersportwagen das schnellste Serienfahrzeug der Welt. Der Motor des späteren P400 SV liefert mit 385 PS bei 7.850 U/min und einem Drehmoment von 388 Nm bei 5.500 U/min noch mehr Leistung und bietet damit eine noch bessere Fahrbarkeit. Die Kraftübertragung erfolgt über eine Trockenkupplung auf ein manuelles Fünfganggetriebe mit offener Schaltkulisse.
 
Motor, Getriebe und Differential teilen sich ein gemeinsames Gehäuse und Schmiersystem, was zu dieser Zeit außergewöhnlich ist. Es ist gewagt, platzsparend und technisch anspruchsvoll. Während der Produktion entwickelt Lamborghini ein separates Schmiersystem für Motor und Getriebe, eine technisch bedeutende Änderung. Seine Leistung, gepaart mit dem bahnbrechenden V12-Mittelmotor-Layout, macht den Miura zu einem technisch radikalen Fahrzeug und zu einem Pionier unter den Supersportwagen.
 
Ingenieur Paolo Stanzani spielt eine zentrale Rolle in dieser Erfolgsgeschichte. Er entwickelt den ursprünglich von Giotto Bizzarrini entworfenen V12 für den Straßenverkehr und sorgt dafür, dass er serienreif wird. Zusammen mit dem Team entwickelt er die modernen technischen Lösungen, die den Miura von anderen Sportwagen seiner Zeit unterscheiden. Stanzani ist auch maßgeblich an der Konstruktion anderer Lamborghini-Ikonen wie dem Countach, dem Espada und dem Urraco beteiligt. Der V12 sorgt nicht nur für Leistung, sondern auch für den Charakter des Miura. Sein Sound ist unverkennbar. Der V12 ist einer der Gründe, warum der Miura eine Hauptrolle in Filmen spielt, darunter die legendäre Eröffnungsszene von „The Italian Job“ (1969). Der Motor wird zum Star, sein Sound untrennbar mit der Bildsprache der Szene verbunden.
 
Wie es sich für einen Supersportwagen gehört, ist der Lamborghini Miura ein kompromissloses Auto. Ohne Servolenkung, ohne elektronische Assistenzsysteme und mit direktem mechanischem Feedback erfordert er auch heute noch die volle Konzentration des Piloten. Gleichzeitig belohnt er den Fahrer mit einem unverfälschten, emotionalen Fahrerlebnis. Der V12 liefert reichlich Leistung und einen unverwechselbaren Sound, der auch heute noch als Maßstab gilt. Das Fahrwerk besteht aus einem Stahl-Space-Frame, der Motor und Aufhängung eng miteinander verbindet. Diese kompakte Bauweise ermöglicht das ikonische Design und auch eine außergewöhnliche Straßenlage. Doppelquerlenker und Schraubenfedern vorne und hinten sorgen für ein für seine Zeit sportliches, straffes und präzises Handling.
 
Produktion und Sonderausführungen
 
Zwischen 1966 und 1973 entstehen laut offiziellen Angaben 763 Lamborghini Miura-Modelle im Lamborghini-Werk in Sant’Agata Bolognese (Italien). Der erste Serien-Miura wird am 20. April 1967 nach Mailand ausgeliefert, gefolgt von 107 weiteren Fahrzeugen im ersten Jahr. Bis 1968 verkauft Lamborghini bereits 184 Miura-Modelle, durchschnittlich fast vier Fahrzeuge pro Woche – eine außergewöhnliche Zahl für einen Hochleistungs-Supersportwagen dieser Zeit.
 
Vor Beginn der Serienproduktion baut Lamborghini einen offiziellen Prototyp und etwa zehn Prototypen des frühen P400-Modells. Diese Versuchsfahrzeuge sind in den offiziellen Produktionszahlen nicht enthalten. Darüber hinaus wird für bestimmte Märkte wie die Vereinigten Staaten und den Nahen Osten eine kleine Anzahl von Fahrzeugen mit geringfügigen technischen oder behördlichen Anpassungen produziert, die in historischen Quellen manchmal separat gezählt werden. Lamborghini entwickelt auch frühe Übergangsmodelle des Miura P400 S, die Merkmale des P400 und des späteren P400 S kombinieren.
 
Mindestens zehn Miura-Modelle gelten als Einzelstücke, Sonderprojekte oder Showcars. Zu den bekanntesten gehört der Miura Roadster von 1968, eine einzigartige, offene Version, von der Carrozzeria Bertone erschaffen. Er ist in Lamé-Hellblau lackiert, mit weißem Lederinterieur und rotem Teppichboden ausgestattet und verfügt über charakteristische Elemente wie größere Lufteinlässe in den Türen, etwa 120 strukturelle Verstärkungen, eine steiler geneigte Windschutzscheibe und einzigartige Rückleuchten, wodurch er sich deutlich vom Coupé unterscheidet.
 
Um das Vermächtnis des Miura zu feiern, stellt Lamborghini 2006 anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Modells das Miura Concept auf dem Genfer Autosalon vor. Es ist eine Hommage an einen der einflussreichsten Supersportwagen der Automobilgeschichte. Das von Walter de’Silva entworfene Miura Concept interpretiert die flache Silhouette, die breiten hinteren Schultern und die kurzen Überhänge des Originals in einer zeitgemäßen Formensprache neu und verzichtet bewusst auf Retro-Elemente. Es ist ausschließlich als Designstudie konzipiert und bleibt eher ein technisches Konzept als ein Produktionsvorschlag.
 
 
Weitere Informationen zum Lamborghini Fahrzeugprogramm unter www.lamborghini.com 
 
red/lamborghini/03/2026
 

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