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News: Hat der Volkswagen Golf als Elektroauto noch ein Zukunft

"Wie stehen die Chancen für einen VW Golf 9"

 
Am 24. Oktober 2019 wurde mit dem VW Golf 8 die neueste Golf-Generation in Wolfsburg erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Wenige Wochen später konnte die aktuellste Golf-Variante bei den deutschen VW-Händlern erworben werden. Doch schon kurz nach dem erfolgreichen Start mit dem Golf 8 kamen erste Gespräche über einen Golf 9 auf. Dies ist nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass der VW-Konzern sich fragen muss, ob die Golf-Reihe durch eine Umstellung auf E-Autos eine Zukunft hat. Wird man im VW Golf Forum also künftig über einen Golf 9 diskutieren können oder hat sich das Bestseller-Modell überlebt? 
 
Theoretisch müsste nach der bisherigen Baureihenlogik von VW mit dem Golf 9 im Jahr 2027 die nächste Golf-Generation herausgebracht werden. Doch stellt sich die Frage, wie es für die Golf-Reihe in puncto Elektrifizierung weitergeht. Denn der Volkswagen-Konzern hat sich der Umstellung auf E-Autos verpflichtet. Bis 2030 sollen 70 % der neuen VW vollelektrisch fahren. Und der e-Golf der Golf-7er-Reihe wurde in der Produktpalette bereits durch den ID.3 ersetzt. Der ID.3 ist der erste Volkswagen, der auf der speziell für Elektroautos entwickelten MEB-Plattform fährt.
 
E-Golf vs. ID
 
In einem Zeitraum von 5 Jahren wurden vom e-Golf 100.000 Autos gebaut. Zum Vergleich: Der ID.3 konnte bereits in den ersten Monaten nach seinem Erscheinungsdatum 144.000-mal verkauft werden. Dabei waren knapp die Hälfte der Käufer des ID.3 Neukunden bei VW. Bei anderen Modellen liegt die Quote der Neukunden bei ungefähr 36 %. Damit konnten mit dem ID.3 überdurchschnittlich viele neue Käufergruppen erschlossen werden.
 
Eine E-Mobilitätsstrategie kann sich für den VW-Konzern demnach grundsätzlich auszahlen. Tatsächlich wurde der ID im ersten Halbjahr dieses Jahres zum Marktführer für batterieelektrische Fahrzeuge in Europa. Umfragen zufolge ist der ID bei den Käufern vor allem aus Gründen der Umweltfreundlichkeit und innovativer Technologie so beliebt. 
 
Gut für die Umwelt, schlecht für den Golf? 
 
Die Ziele des Pariser Klimaprotokolls, zu dem auch VW sich bekennt, können nur umgesetzt werden, wenn bis 2050 keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr zugelassen sind. VW geht davon aus, den letzten Verbrenner etwa 2040 zu verkaufen. 
 
"Im Jahr 2026 hat die letzte Plattform, die nicht CO2-neutrales Potenzial hat, die nicht CO2-neutrale Fahrzeuge generieren kann, ihren letzten Produktionsstart", sagt Michael Jost, strategischer Leiter beim VW-Konzern.
 
Die Golf-Reihe basiert jedoch auf klassischen Verbrennern. Dem Golf 8 liegt der Modulare Querbaukasten (MQB) zugrunde. Daher gibt es keinen reinen e-Golf 8. Mehrere Hybridmodelle sind verfügbar, aber keine elektrische Version. Als e-Golf Variante gab es den Golf 7 und auch dieser war ursprünglich als Benziner geplant. Und aus einem Benziner wird selten ein gutes E-Auto. Der e-Golf kam zwar dennoch bereits relativ gut an, doch ließ vor allem seine Reichweite zu wünschen übrig.
 
Als klassischer Benziner blickt der Golf damit in eine düstere Zukunft und wird kaum gegen die ID-Reihe ankommen. VW baut seine Elektro-Fahrzeuge nun grundsätzlich auf dem neuen Modularen Elektrobaukasten (MEB) auf.
 
Für einen neuen Golf im Jahr 2027 sieht es demnach nicht gut aus. Zumal ein kompaktes E-Fahrzeug auf Basis der MEB eine bessere und kostengünstigere Lösung als ein VW-Golf 9 wäre.
 
Ein massenkompatibles E-Auto von VW könnte nicht nur den Golf, sondern auch den Polo ersetzen.
 
Und tatsächlich hatte auf der IAA 2021 der VW ID.2 als VW ID. Life sein Debüt. Das verhältnismäßig günstige E-Fahrzeug im Kleinwagensegment wird wie die großen Brüder auf dem MEB basieren. Doch wechselt beim ID.2 die Antriebsachse. Und der Motor steckt daher nicht mehr im Heck, sondern im Bug. Sein Höchsttempo liegt sogar über den bisherigen ID.-Modellen. Darüber hinaus kann er Strom zwischenspeichern und ins Netz zurückspeisen. 
 
Fazit
Die Chancen für einen Golf 9 stehen nicht gut. Und dass es einen Golf 10 geben wird, kann als ausgeschlossen betrachtet werden. Es ist sicher nur ein schwacher Trost für Golf-Liebhaber, doch kann man es vielleicht so sehen: Der Golf löste einst den Käfer ab, nun wird seinerseits der Golf mit dem ID von einer zeitgemäßen E-Baureihe abgelöst.
 
red/12/2021
 

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© motormobil 2021 · E-Mail für Anfragen redaktion@motormobil.de

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