Tuning: Mit AC Schnitzer verabschiedet sich eine weitere Ikone der Tuningbranche
"Deutschland als Standort nicht mehr wettbewerbsfähig"
Nach Alpina verabschiedet sich mit AC Schnitzer ein weiteres renommiertes Tuningunternehmen. Zum Jahresende 2026 trennt sich die KOHL-Gruppe vom 1987 gegründeten Geschäftsbereich AC Schnitzer und beendet das Engagement als Hersteller von Tuningteilen für BMW und MINI. Zu den Gründen dafür gehört unter anderem, dass das Geschäft mit Tuningprodukten am Standort Deutschland nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben ist.
Stetig steigende Kosten in der Entwicklung und Herstellung von Teilen erzeugen Wettbewerbsnachteile. Insbesondere aber die extrem lange Dauer der Zulassung von Teilen im deutschen System ließ AC Schnitzer gegenüber nicht-deutschen Wettbewerbern mehr und mehr ins Hintertreffen geraten.
Emotionale Worte am Ende
"Wenn wir mit Anbauteilen erst acht oder neun Monate nach der Konkurrenz auf den Markt kommen können, spricht dies für sich“, erklärt Rainer Vogel, Geschäftsführer von AC Schnitzer die Hintergründe. Auf der Nachfrageseite verschärfen ein verändertes Konsumverhalten, die verschlechterten internationalen Marktbedingungen und der schleichende Rückzug des Verbrennungsmotors die Situation zusätzlich.
"Eine rationale Entscheidung für einen Geschäftsbereich zu treffen, der so emotional besetzt ist, fällt nicht leicht. Aber wir denken als Familienunternehmer immer im Sinne der gesamten KOHL-Gruppe und ihrer stabilen Zukunft“, so Rainer Vogel weiter.
Ob Zölle im wichtigen, amerikanischen Markt, weltweit steigende Rohstoffpreise, hochvolatile Wechselkurse in den internationalen Währungen oder Anbietersterben auf der Zuliefererseite: Jede Entwicklung hat Spuren in der Bilanz hinterlassen. Ebenso die generelle Kaufkraftzurückhaltung, die in der nunmehr seit vier Jahren global schwächelnden Konjunktur auch den Heimatmarkt Deutschland einbrechen ließ.
Richtig sei auch, dass die Käufer für Fahrzeugveredlung durch Anbau- und Umbauteile häufig medial in eine Sonderling-Rolle und in ein Poser-Image gedrängt würden. Dennoch zeigten hohe Besucherzahlen der Leitmessen der Tuningbranche, dass das Interesse nach wie vor ungebrochen ist. "Sicher zählt daher auch zur Wahrheit, dass es uns - wie anderen Tuningunternehmen ebenfalls - nicht gelungen ist, junge Kunden vom Spaß am sportlichen Fahren mit unserer Marke so zu begeistern, wie es die Generation ihrer Väter war.“ ergänzt Vogel.
Mit Interessenten für die Übernahme der Marke AC Schnitzer ist die KOHL-Gruppe im Gespräch. Aber unabhängig vom Ausgang dieser Gespräche werden die vorhandenen Lagerbestände bis zum Jahresende 2026 abverkauft. Garantien und After-Sales-Support gewährleistet die KOHL-Gruppe über das Ende des Jahres 2026 hinaus.
Strategisch konzentriert sich die Gruppe zukünftig stärker denn je auf Handel und Service von Fahrzeugen und Motorrädern.
Weitere Informationen zum AC-Schnitzer Tuningprogramm unter www.ac-schnitzer.de
red/ac-schnitzer/03/2026
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