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Fahrbericht: Honda Jazz e:HEV 1,5 i-MMD Hybrid e-CVT 'Executive'

"Mehr drin als man glaubt"

 
Honda setzt beim neuen Jazz ausschließlich auf Hybridantrieb. Das macht auf der ersten Blick Sinn, denn der 1,5-Liter große Vierzylinder schafft es in Kombination mit der Hybridtechnik auf eine Systemleistung von 80 kW (109 PS) und stattlichen 253 Nm Drehmoment, und verspricht ausreichend flotte Fahrleistungen bei günstigen Verbrauchswerten. Damit könnte die Hybridtechnologie die Sparsamkeit eines Diesels und die Spritzigkeit eines turbogeladene Benziner kombinieren, und sie als zusätzliche Motorisierungen überflüssig machen.
 
Ob die Rechnung aufgeht, haben wir getestet und sind dazu den neuen Jazz mit dem Kürzel "e: HEV" gefahren.
 
Die vierte Generation des Kleinwagen, die 2020 auf den Markt gekommen ist, ist eine komplette Neuentwicklung und hat mit dem Vorgängermodell - bis auf den Namen - nichts mehr gemeinsam.
 
Er ist deutlich geräumiger geworden und hat ein völlig neues Design erhalten, mit einer freundlich lächelnden Frontpartie. Neben dem geänderten Look wartet die neue Jazz Generation außerdem mit einigen technisch Highlights auf, die es bisher nicht im Kleinwagensegment gab.
 
Für Freunde des SUV-Looks bietet Honda den Jazz auch als "Crosstar" an, mit markantem Kühlergrill, schwarzen Kotflügelumrandungen und Seitenschwellern, sowie einer Dachreling und speziellen Alufelgen.
 
Besonders gut ausgestattet ist der Jazz in der höchsten Ausstattungslinie Executive, die wir im Test gefahren sind, und mit einem Preis von 25.150 Euro zu Buche schlägt.
 
Bereits in der Comfort Basisversion, die bei  22.250 Euro beginnt, sind das Honda Sensing-Sicherheitspaket inklusive adaptivem Tempomat, Spurhalteassistent und Verkehrszeichenerkennung, sowie eine Klimaautomatik, DAB+ Radio, LED-Scheinwerfer- und Rückleuchten, Sitzheizung, Magic Seats und vieles mehr mit an Bord. 
 
Bei der Top-Ausstattungslinie kommen ergänzend unter anderem das Honda Connect mit Garmin Navigation und 9“-Touchscreen, Rückfahrkamera, Toter-Winkel-Assistent, Ausparkassistent, Smart Entry & Start, ein beheizbares Lenkrad und 16-Zoll-Leichtmetallfelgen dazu. Die hinteren Scheiben sind zudem abgedunkelte und die Außenspiegel in Chromfarbe. Mehr kann man sich bei einem Kleinwagen nicht wünschen.
 
So umfangreich ausgestattet, ist die Liste der Extras für den Jazz auch nicht sonderlich lang. Bei unserem Testwagen kam alleine die Platinum White Pearllackierung für 590 Euro dazu, die den Jazz besonders im Sonnenschein sehr hübsch glänzen lässt.
 
Neben dem neuen Außendesign erhielt der Jazz auch ein komplett neu gestaltetes Interieur. Der Innenraum mit dem flachen, waagerecht verlaufenden Armaturenbrett wirkt aufgeräumt und modern. Beim Material kommt viel Hartplastik zum Einsatz, was den Qualitätseindruck aber nicht mindert, da die Verarbeitung tadellos ist. Das bestätigt sich auch beim Schließen der Türen, die satt ins Schloss fallen.
 
Das gute Raumgefühl, das man beim Einsteigen in den Jazz bekommt, übersteigt die Erwartungen an diese Fahrzeugklasse. Honda ist es gelungen, beim nur 4 Meter langen Jazz ein erstaunliche gutes Platzangebot zu schaffen. Sowohl Fahrer und Beifahrer, als auch die Passagiere im Fond können sich über viel Raum freuen. Das Kofferraumvolumen ist mit 304 bis 1.205 Litern Fassungsvermögen ebenfalls großzügig dimensioniert. Dazu kommen die genialen und serienmäßigen Magic Seats im Fond, bei denen sich die Sitzflächen einzeln hochklappen lassen, und so auch höhere Gegenstände im Fahrgastraum bequem transportieren lassen.
 
Viele kleine Ablagemöglichkeiten, wie zum Beispiel die zusätzlichen Getränkehalter rechts und links im Armaturenträger, erweisen sich im Alltag als sehr praktisch. Allerdings sind sie für 1-Liter Flaschen nicht groß genung. Zudem gibt es zwei Handschuhfächer und auch noch weiteren Stauraum unter der vorderen Mittelarmlehne.
 
Das tief im Armaturenträger platziert Cockpit besitzt einen 7“ Digitaltacho der sich gut ablesen lässt. Gut im Blick liegt auch der 9-Zoll große Touchscreen auf der Mittelkonsole, über den sich das Honda Connect Infotainment- und Navigationssystem logisch und einfach bedienen lässt. Zudem liefert der Touchscreen ein scharfes Bild der Rückfahrkamera.
 
Etwas nervend ist die nach jedem Start erscheinende Abfrage des Systems, die bestätigt werden muss, da der Bildschirm sonst aus bleibt. 
 
So neu wie das Design ist auch der Antrieb des Jazz e:HEV. Dieser besteht aus besagtem 72 kW (98 PS) starken 1,5-Liter-Vierzylinder, der nach dem simulierten Atkinson-Prinzip arbeitet. Mithilfe einer variablen Ventilsteuerung und je nach Lastzustand kann das Einlassventil beim Motor länger geöffnet bleiben, wodurch der Kolben beim Verdichten wieder einen Teil des Gemischs ausstößt, bevor das Ventil schließt. Dadurch wird weniger Gemisch für die Verbrennung benötigt, in dessen Folge das Triebwerk sparsamer arbeitet und weniger Abgase verursacht. Der Benziner treibt zudem einen Generator an, der Strom für die 0,86 kWh speichernde Batterie produziert, die die Energie für einen elektrischen Antriebsmotor liefert. 
 
Zusammen ergibt sich eine Systemleistung 80 kW (109 PS). Während der Benziner im Drehzahlbereich von 4.500 bis 5.000 U/min 131 Nm liefert, steuert der Elektromotor aus dem Stand 253 Nm bei. Die Leistung wird über das elektronisch gesteuerte stufenlose e-CVT-Getriebe auf die Vorderräder übertragen, das neben dem Modus "D" auch einen B-Modus besitzt, mit dem sich in bestimmten Fahrsituationen die Rekuperation beim Bremsen erhöhen lässt. 
 
Die Elektronik entscheidet eigenständig in Abhängigkeit von Last- und Batterieladezustand, ob man im Jazz mit Elektroantrieb, Hybridantrieb oder Motorantrieb unterwegs ist. Die Wechsel der Fahrmodi erfolgen dabei nahezu unmerklich. Mit der ECON Taste lässt sich die Effizienz noch maximieren, in dem das Ansprechverhalten des Motors und die Leistung der Klimaautomatik angepasst werden.  
 
Das CVT-Getriebe harmoniert gut mit dem Hybridantrieb und dem hohe Drehmoment des Elektromotors. Das sorgt für gefühlte Spritzigkeit und eine respektable Beschleunigung von 9,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Auf der Autobahn erweist sich der Jazz allerdings als relativ durchzugsschwach und quittiert Beschleunigung unter Volllast mit kräftigen Aufheulen in hohen Drehzahlbereichen. Dabei ist ein Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h durchaus möglich. 
 
Obwohl ansonsten sehr gut gedämmt, dringen bei Autobahntempo auch Abroll- und Windgeräusche stärker durch.
 
Wie gewöhnlich hängt der Verbrauch stark von der Fahrweise und der Strecke ab. Deutliche Unterschiede ergeben sich, wenn man den Jazz vorwiegend im Stadtverkehr bewegt, wo der Hybridantrieb häufiger vom Elektromotor unterstützt wird, oder man auf der Autobahn unterwegs ist. Im Stadtbetrieb sind im Schnitt 4,5 Liter pro 100 Kilometer nötig, wohingegen auf der Autobahn auch leicht die 6 Liter Marke geknackt werden kann. Im Test erzielten wir einen Durchschnittsverbrauch von knapp 5,0 Liter auf 100 km. 
 
Sein gutes Handling verdankt der Jazz nicht zuletzt seiner direkten und präzisen Lenkung, sowie seiner Straßenlage. Dabei ist das Fahrwerk eher straff abgestimmt, ohne aber an Komfort einzubüßen. Das passt sehr gut zum spritzigen und wendigen Jazz, der besonders im Stadtverkehr viel Fahrspaß bereitet. 
 
Auch beim Thema Sicherheit hat der Jazz einiges zu bieten. So gehören bei dem Kleinwagen bereits ab der Grundausstattung Comfort mit den Honda Sensing Sicherheitstechnologien ein Kollisionswarnsystem mit aktivem Bremseingriff, eine Fußgängererkennung, ein aktiver Spurhalteassistent, eine adaptive Geschwindigkeitsregelung, und eine Verkehrszeichenerkennung dazu. Außerdem ist der Jazz mit dem Stabilisierungsprogramm VSA, sowie10 Airbags, darunter auch ein Knie-Airbag für den Fahrer, ausgestattet. Auch serienmäßige LED-Scheinwerfer sind in dieser Klasse noch keine Selbstverständlichkeit.
 
 
Fazit:"Der Neue Honda Jazz ist ein Beispiel dafür, wie Kleinwagen mehr und mehr ihrer Fahrzeugklasse entwachsen. Er bietet trotz kompakter Abmessungen ein überdurchschnittlich gutes Platzangebot an. Dazu kommen eine Reihe von serienmäßigen Ausstattungsmerkmalen, die bisher nur bei höheren Fahrzeugklassen erhältlich waren. Genial sind die - ebenfalls serienmäßigen - Magic Seats, die in dieser Art kein anderer Mitbewerber zu bieten hat. Und auch der Hybridantrieb kann in Kombination mit dem e-CVT Automatikgetriebe mit niedrigem Verbrauch und guten Fahreigenschaften überzeugen."

 
Pro 
+ Design
+ Platzangebot
+ Übersichtlichkeit/ Rundumsicht
+ Ausstattungsumfang
+ gute Verarbeitung
+ Magic Seats
+ Sparsamer Hybridantrieb
 
Contra
- Laute Motorengeräusche unter Volllast
- Durchzugsschwach im oberen Drehzahlbereich
- Becher-/Flaschenhalter zu klein für 1-Liter Flaschen
 
 
Grundausstattung (Comfort, Elegance) u.a.
• Kollisionswarnsystem  
• Aktiver Spurhalteassistent, 
• Adaptive Geschwindigkeitsregelung
• Verkehrszeichenerkennung
• Stabilisierungsprogramm VSA 
• 10 Airbags inkl. Knie-Airbag für den Fahrer
• ISOFIX- und Top-Tether-Kindersitzverankerungen
• LED Scheinwerfer und Rückleuchten
• Fernlichtassistent
• Licht- und Regensensor
• Bluetooth-Freisprecheinrichtung mit Sprachsteuerung
• Magic Seats hinten
• Sitzheizung vorn
• Parkbremse elektronisch
• Zentralverriegelung fernbedienbar
• Klimaautomatik
• Multiinformationsdisplay
• Außenspiegel elektrisch verstell- und beheizbar anklappbar
• Alarmanlage
• Einparkhilfe vorn und hinten
• Honda Connect Infotainment System mit 9"-Touchscreen
• DAB+ Radio
• Wireless Apple CarPlayTM, Android AutoTM
• USB-Ladeanschluss vorn
 
Ausstattung Executive 
• 16-Zoll-Leichtmetallfelgen
• Toter-Winkel-Assistent 
• Ausparkassistent
• Rückfahrkamera
• Smart Entry & Start
• Honda Connect mit "Garmin" Navigation
• Beheizbares Lenkrad
• Lederlenkrad und -schaltknauf
• Privacy-Glass (abgedunkelte Scheiben hinten)
• 2 USB-Ladeanschlüsse hinten
• Nebelscheinwerfer in LED-Technik
• Außenspiegel in Chromfarbe
 
Extras
• Platinum White Pearl Lackierung 590 Euro
 
 
Technische Daten Honda Jazz e:HEV1.5 i-MMD Hybrid  'Executive' 
Motor: 4-Zylinder Benziner
Hubraum: 1.498 cm³
Max. Leistung: 72 kW / 98 PS  bei U/min
Max. Drehmoment: 131 Nm bei 4.500 - 5.000  U/min
Elektromotor: 80 kW / 109 PS mit 253 Nm Drehmoment
Systemleistung: 109 PS / KW80 
Antrieb: Frontantrieb
Getriebe: e-CVT Direktantrieb
Beschleunigung 0 - 100 km/h: 9,5 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 175 km/h
Kombinierter Verbrauch / Tankvolumen: 4,9 Liter Super 95 (Test) / 40 Liter 
Abgasnorm / CO2-Emission: Euro 6d / 104 g/km 
Länge / Breite / Höhe: 4.0444 / 1.966 / 1.526 mm
Leergewicht / Zuladung: 1.300 / 410 kg 
Kofferraumvolumen: 304 - 1.205 Liter
 
Farbe: Platinum White Peral / Sitze Polster E Hellgrau
 
Preis 25.150 Euro
Preis Testwagen  25.740 Euro
Preis Baureihe ab 22.250 Euro 
 
Weitere Informationen zum Honda Fahrzeugprogramm unter www.honda.de
 
red/honda/03/2021
 

© motormobil 2021 · E-Mail für Anfragen redaktion@motormobil.de

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